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Palantir erhält Zuschlag zum „Verfahrensübergreifende Recherche- und Analysesystem“ (VeRA) – Da kommt zusammen was zusammen passt

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Die Bayrische Polizei hat den Zuschlag für das Verfahrensübergreifende Recherche- und Analysesystem" (VeRA) an Palantir vergeben. Das ist gelinde gesagt "schlecht"

Vor einigen Wochen gab es vom Neo Magazin Royal einen Beitrag mit dem passenden Titel „Who the Fuck is Peter Thiel“. Wer diesen verpasst hat – Ich rate dringend dazu diese halbe Stunde zu investieren um sich ein Bild davon zu machen was für ein Wesen sich in diesem superreichen und absurd einflussreichen Menschen versteckt, der zusammen mit einem weiteren Wahnsinngen, Elon Musk, vor vielen Jahren Paypal gegründet hat, als „Schattenpräsident“ von Donald Trump gilt und eben vor vielen Jahren auch das Unternehmen Palantir gründete.

In aller Kürze: Palantir entwickelt Software, die im Stand ist aus Meta-Daten, wie sie bei der Internetnutzung verschiedener Dienste (Facebook, Spotify, Lieferando etc.) anfallen Profile zu erstellen und somit algorithmenbasierte Verhaltensvoraussagen zu treffen. In diesem Fall Predictive Policing, also vorausschauende Polizeiarbeit.

Das Bayrische LKA hat nun diesem Unternehmen, welches sein Geld damit verdient Meta-Daten aufzukaufen, auszuwerten und Menschen mit dem Wissen über sie zu manipulieren, den Zuschlag zur Umsetzung des futuristischen Clusterfucks moderner Polizeiarbeit zu erteilen. Das ist gelinde gesagt „schlecht“ und höchste Zeit Alarm zu schlagen, denn wir bewegen uns immer schneller auf eine sehr dystopische Form von George Orwells 1984 zu. Oder wie es der Landesdatenschutzbeauftragte Thomas Petri gegenüber der dpa formulierte: „einem massiven Eingriff in die Grundrechte von „Millionen Menschen“. Die akten- und vorgangsübergreifenden „Big Data“- und Datamining-Verfahren erhöhten die Eingriffsintensität erheblich.

Einen Exkurs darüber was „nicht-personenbezogene Meta-Daten“ über uns verraten können, findet ihr hier: Fode (2021) Lebensweltorientierte Digitalarbeit